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Bären im Zentrum der Aufmerksamkeit

Einige Bärenbegegnungen und die Unfälle der letzten Monate bzw. des Vorjahres brachten die Trentiner Bären wieder stärker ins Gespräch.
Zwei Meinungen formieren sich um die lokalen Medien bzw. Meinungsvertreter: Die Befürworter einer lebensfähigen Bärenpopulation im zentralen Alpenraum mit Kerngebiet im Trentino und die Gegner, die am liebsten alle Bären entfernen ließen.

Gibt es Lösungen?

Horst W. J. Rittel und Melvin M. Webber, zwei inzwischen verstorbene Politikwissenschaftler, nannten die Bärenthematik in der Gesellschaft 1973 ein verhextes Problem. [1] Horst W. J. Rittel und Melvin M. Webber, zwei inzwischen verstorbene Politikwissenschaftler, nannten die Bärenthematik in der Gesellschaft 1973 ein verhextes Problem. Gemeint ist die Schwierigkeit, das Problem überhaupt mit dem rationalen wissenschaftlichen Repertoire anzugehen. Es verändert sich ständig, ist abhängig von den Umständen, den Ereignissen und den Beteiligten, die sich im Lauf der Zeit mit dem Problem beschäftigen müssen oder wollen. Schaut man sich die Artikel und Kommentare an, die in Printmedien, im Fernsehen etc. zum Thema Bär aufscheinen, wird deutlich, dass ganz unterschiedliche Personen das Thema Bär von ganz unterschiedlichen Standpunkten aus wahrnehmen und angehen. Es hängt auch davon ab, ob es Privatpersonen direkt betrifft (Bärenbegegnung), Berufsgruppen beteiligt sind, die ihre Wirtschaftsweise bzw. Gewohnheit in Frage gestellt sehen, Meinungsvertreter die Möglichkeit gibt, Konsens unter den Mitgliedern oder Wählern zu sammeln. Da die Interessen und die Positionen an den beiden Polen so gegensätzlich ausgerichtet sind, und sehr viele Aspekte durch die Bärenproblematik aufgeworfen werden, schauen auch die Klärungen und Lösungen nicht geradlinig aus, je mehr Bewusstsein entwickelt wird, desto differenzierter fallen die Lösungen aus. Die Thematik unterliegt einer ständigen Veränderung, weil sich die Gesellschaft wandelt, das zeigt sich insgesamt im Verhältnis Mensch - Natur. Verständlich, dass die Lösung nicht ein für alle Mal gefunden werden kann, sondern immer neu ausgehandelt wird und den veränderten Umständen angepasst wird. Eigentlich stellen wir fest, dass die Bärenfrage eher ein Symptom für andere Probleme ist als ein eigenständiges Problem.

Wozu also die Mühe?

Wenn wir uns mit der Bärenfrage beschäftigen, gerade weil sie sich innerhalb von kurzer zeit zu einer gesellschaftlichen und umweltpolitischen Frage entwickelt hat (auch ökonomische, sanitäre Aspekte etc. gehören dazu), erfahren wir unerwarteterweise viel über unsere lokale Gemeinschaft und das Territorium, in dem wir leben. Eine Gelegenheit, weitere Problematiken aufzugreifen und zu klären, die nicht immer mit dem Bären verbunden sind, sich aber aus der ursprünglichen Diskussion entwickeln können.

Daher sehen wir den sinnvollsten Zugang darin, mit so viel wie möglich betroffenen Personen nach brauchbaren Lösungen zu suchen. Das erhöht das Wissen auch um Alternativen, die jedem einzelnen zur Verfügung stehen. Häufig hören wir, das Anhören aller am Thema Beteiligten und die Diskussionen dauern zu lange um zu einem Ergebnis zu kommen. Aber die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützen und beschleunigen den Prozess, die Positionen zu vertreten.

Bevor wir zum konkreten Vorhaben übergehen, noch ein paar Worte zu Bearme: Was treibt eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund, die jeweiligen Kenntnisse und fachlichen Voraussetzungen zur Verfügung zu stellen, um die Kenntnisse in der „Bären-Frage„ zu erweitern? Wir sind überzeugt, dass wir an diesem Thema wie an einem Modellfall arbeiten können, um den Zugang zur öffentlichen Diskussion für mehr Menschen zu öffnen und schwierige, heikle Themen wie Umwelt und Raumordnung im Allgemeinen angehen können. Wir sehen eine Herausforderung darin, mit einem breiteren und heterogenen Publikum zusammenzuarbeiten, um zu maßgeblichen Ergebnissen in einer öffentlichen Angelegenheit zu kommen. Ziel ist, diese öffentliche Angelegenheit wahr zu nehmen und nicht mehr nur als Problem zu verstehen.

Gut, und wie gehen wir vor?

Der gesamte Plan hat fünf Phasen:

  1. eine online-Fragebogen richtet sich an alle, wirklich an alle, die sich beteiligen wollen
  2. eine Serie von Interviews an Personen, die aus präzisen Gründen die Angelegenheit rund um den Braunbären gut kennen. Der Sachverhalt soll den Interessierten in synthetischer Form zugänglich sein, um als Faktengrundlage zu dienen.
  3. ein öffentlich zugängliches breit angelegtes Treffen, um die Positionen zu vergleichen
  4. eine Dokumentation mit den wichtigen, brisanten Themen, um den Sachverhalt in seinen Aspekten zu analysieren
  5. Ein Projektvorschlag, der sich während der Arbeit entwickelt und stark bezogen ist auf die Inhalte, Positionen, Kritiken
Wir appellieren an das Gemeinschaftsbewusstsein unter den Gruppenmitgliedern. Ein gemeinschaftlicher Arbeitsgeist soll uns darin stärken, einzugreifen, zu diskutieren und gangbare Wege zu finden.

 

Wer hilft uns?

Die online-Plattform Citizens Talk di Ymir ist geschaffen worden, um Personen in einen Dialog zu führen und viele unterschiedliche Aspekt in den Positionen der Teilnehmer zu berücksichtigen. Das Projekt Bearme stützt sich auf diese Plattform Ymir. Damit verfügen wir über Instrumente, um die Vielschichtigkeit der Fragen in synthetischer Form zu zeigen. Die Ideen können sehr unterschiedlich sind, sie sind wichtig vorgestellt zu werden.

 

[1] Rittel, Horst W. J.; Melvin M. Webber (1973). "Dilemmas in a General Theory of Planning" (PDF). Policy Sciences 4: 155–169